Presse 2019

Blick.ch vom 15. Juli 2019

https://www.blick.ch/news/wirtschaft/1-million-verbilligte-artikel-rabatt-schlacht-bei-amazon-schweizer-schnaeppchenjaeger-profitieren-kaum-id15420594.html

48 Stunden dauert die aktuelle Schnäppchenjagd von Amazon. Der sogenannte Prime Day ist das Gegenstück zum Black Friday der Amerikaner und hat bereits begonnen. Schluss ist dann morgen Abend. Einige Aktionen laufen aber schon früher ab. Auf dem Shopping-Portal finden sich Blitzangebote, die maximal zehn Stunden verfügbar sein sollen.

Von günstigen Preisen können aber nur Amazon-Kunden mit einem Prime-Konto profitieren. Hierzulande hätten nur rund 100'000 bis 150'000 Personen ein solches Abo, das schrieb die «Handelszeitung» vergangenes Jahr. Der Grund für die Zurückhaltung: Die kostenlose Lieferung innert 24 Stunden gibts für Schweizer Kunden nämlich trotz Prime-Abo nicht.

Schnell zum Abonnenten werden

Wer kurzfristig zum Schnäppchenjäger werden will, kann das aber mit einem Kniff tun. Amazon bietet nämlich eine kostenlose Testperiode von 30 Tagen an. Nach dem Ablauf der Periode müssen die Kurzfrist-Abonnenten aber wieder kündigen. Denn danach kostet die Prime-Mitgliedschaft 7.99 Euro/Monat oder 69 Euro/Jahr. Amazon wiederum nutzt die Prime-Schnäppchen als Köder und hofft, damit möglichst viele langfristige Abonnenten für ihr Kundenbindungsprogramm zu gewinnen.

Was aber bietet nun der Prime Day? Insgesamt sollen rund eine Million Artikel verbilligt angeboten werden. Ein grosser Teil davon sind Eigenprodukte von Amazon, also etwa der E-Reader Kindle oder die intelligenten Lautsprecher Amazon Echo oder Dot. Bei grossen Rabatten schnell zugreifen, empfiehlt sich für Schweizer aber nicht. Denn viele der damit verbundenen Dienste können hierzulande gar nicht genutzt werden oder wenn, dann nur mit Kniffs und Tricks.

«Ein Tag wie jeder andere»

Das ist für Jan Bomholt von meineinkauf.ch ein Grund, warum der Prime Day in der Schweiz nicht mit dem Black Friday zu vergleichen ist. Über seine Firma mit einer Konstanzer Adresse können Schweizer auch jenes Amazon-Sortiment bestellen, welches nicht direkt in die Schweiz lieferbar ist. «Heute ist für uns ein Tag wie jeder andere», sagt Bomholt auf BLICK-Anfrage. Das heisst: weder mehr, noch weniger Amazon-Bestellungen gehen über seine Seite ein.

Dafür gibts noch einen weiteren Grund, wie er erklärt. «Prime-Day-Schnäppchen gibts vor allem im Elektronikbereich. Das sind zwar teils sehr gute Angebote. Für Schweizer aber nur wenig interessant, denn Elektronikprodukte sind hierzulande vergleichsweise günstig.» 

Für Schweizer also hält sich der Reiz des Prime Day in Grenzen. International verkaufte Amazon nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr über 100 Millionen Produkte. Offizielle Umsatzzahlen gibt es nicht, Analysten schätzen den Umsatz aber auf rund 4,2 Milliarden Franken.

https://www.blick.ch/news/wirtschaft/1-million-verbilligte-artikel-rabatt-schlacht-bei-amazon-schweizer-schnaeppchenjaeger-profitieren-kaum-id15420594.html

 

 

"Das ärgert Kunden beim Online-Einkauf am meisten " - 20minuten.ch

Im Netz shoppen kann praktisch sein – aber auch total nerven. Besonders störend sind versteckte Gebühren. Aber auch das Verpackungsmaterial ist ein Ärgernis.

 

20.minuten.ch vom 10. Juli 2019

https://www.20min.ch/finance/news/story/Das-aergert-Kunden-beim-Online-Einkauf-am-meisten-11653977

von S. Spaeth - Im Netz shoppen kann praktisch sein – aber auch total nerven. Besonders störend sind versteckte Gebühren. Aber auch das Verpackungsmaterial ist ein Ärgernis.

Keine begrenzten Öffnungszeiten, kein Parkplatzproblem, dafür ein schier unbegrenztes Sortiment und gute Preisvergleichsmöglichkeiten. Das sind einige der Vorteile von Online-Shopping. Die Schnäppchen-Jagd im Netz kann aber auch frustrierend sein, etwa wenn die in China bestellte Drohne für 109 Dollar oder der Kabellos-Kopfhörer aus England für 89.99 Pfund am Ende teurer sind als geplant. Der Grund: auf den ersten Blick nicht ausgewiesene Steuern, Zollkosten oder Liefergebühren.

Das grösste Ärgernis sind denn auch versteckte Kosten oder Zollgebühren beim Onlineshopping. 79 Prozent der Befragten geben an, sich daran zu stören, wie eine repräsentative Umfrage von Marketagent.com zeigt. Befragt wurden 1000 Personen aus der Schweiz. Frust Nummer zwei sind gelieferte Produkte, die nicht der Beschreibung im Netz entsprechen. 77 Prozent der Befragten befinden dies als störend. Auf Rang drei im Frust-Ranking sind Kosten für eine eventuelle Rücksendung (73 Prozent). Gratis-Retouren sind noch nicht überall Standard, wobei Zalando hier bereits beim Schweizer Start 2011 die Vorreiter-Position eingenommen hat.

Separate Schweiz-Lösung

Onlineshopping hat laut E-Commerce-Professor Ralf Wölfle von der Fachhochschule Nordwestschweiz eine Reihe von Vorteilen, aber auch Nachteile. «Vielen Menschen wird das erst bewusst, wenn sie es in der Praxis erleben», so Wölfle zu 20 Minuten. Für versteckte Kosten macht der E-Commerce-Experte aber nicht die Shops verantwortlich. Andere gesetzliche Bestimmungen könnten dazu führen, dass die Produkte für Schweizer Kunden am Ende teurer seien als für Kunden im Inland des Versenders.

Verdeckte Kosten und Zollgebühren treten laut E-Commerce-Spezialist und Meineinkauf-CEO Jan Bomholt immer dann auf, wenn Shops aus dem Ausland keine «Schweiz-Lösung» haben. Diese besteht darin, dass Händler einen Dienstleister beauftragen, die Verzollung von Sendungen in die Schweiz vorzunehmen. «Dies aber, ohne Nachzahlungen auf den Kunden abzuwälzen», so Bomholt. Viele grosse Shops hätten eine solche Lösung, die aber meist mit einem höheren Schweizer Bestellpreis einhergehe.

Retouren: Frust für Kunden und Händler

Auf Rang 5 in der Shopping-Frust-Rangliste sind Produkte, die nicht der Vorstellung des Kunden entsprechen (66 Prozent). Die übliche Folge davon ist eine Rücksendung: für Kunden ebenso enttäuschend wie für Händler. «Retouren sind für die Anbieter mit hohen Kosten verbunden», sagt Wölfle. Zudem drehe eine Rücksendung die Convenience des E-Commerce in ihr Gegenteil, denn Zurücksenden sei für Konsumenten äusserst lästig. Grosse Onlineanbieter investieren darum viel Zeit in Fotos und Produktbeschreibungen, um die Retourenquote möglichst tief zu halten.

Interessant ist, dass gemäss der Marketagent-Umfrage auch Nachhaltigkeit eine Rolle spielt. So stören sich Konsumenten sowohl an der Menge und der Art des Verpackungsmaterials (56 Prozent) als auch an der nicht-umweltverträglichen Lieferung (51 Prozent). «Berichte über die Plastikverschmutzung der Meere erhöhen die Sensibilität der Bevölkerung für Verpackungsthemen», sagt Wölfle. Während der stationäre Handel bereits darauf reagiere, hinke der Onlinehandel hinterher.

Beim Ärger über Verpackungsmaterial dürfte es den Kunden laut Wölfle aber nicht nur um die Umwelt gehen. Sondern auch um das umständliche Handling mit Karton und Füllmaterialien, die beim Onlineshopping anfallen. Frauen finden beim Online-Einkauf insgesamt alle Dinge störender als Männer.

https://www.20min.ch/finance/news/story/Das-aergert-Kunden-beim-Online-Einkauf-am-meisten-11653977

 

 

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